„AFRIKANISCHES FIEBER“

"Afrikanisches Fieber"

AKKUart Production präsentiert:  
ein Musik- / Theaterstück mit Texten der gleichnamigen Erzählung von Ryszard Kapuściński

Ryszard Kapuściński war ein Chronist des Despotismus, der Konflikte, der Not der Dritten Welt und unserer Blindheit. Der polnische Schriftsteller, Journalist und Philosoph hat 27 Revolutionen miterlebt. Als Reporter sah er in dem, was anders war, vor allem das Faszinierende und wehrte sich dagegen, im "Anderen" den Fremden und Gefährlichen zu sehen.

Afrika wurde dabei für ihn eine Art zweiter Heimat. Er befasste sich ein halbes Jahrhundert lang mit seinen Menschen, seinen Strukturen und Entwicklungen. Mit großer Leidenschaft und ebenso großer Genauigkeit des Blicks ließ er sich auf diesen Kontinent ein und gelangte dabei zu einer Schärfe und Komplexität der Einsicht wie kein anderer Europäer unserer Epoche. 

Sein Instinkt als Reporter führte ihn mit stupender Sicherheit stets mitten in die Brennpunkte der politischen Ereignisse. Seine Kompetenz als Schriftsteller setzte ihn in die Lage, noch im unscheinbarsten Vorkommnis den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang aufzuspüren. Sein Reflexionsvermögen als Philosoph befähigte ihn zur scharfsinnigen Analyse sozialer Umwälzungen ebenso wie zur Erkenntnis historischer Kontinuitäten.

„Ich beschreibe nur, was ich sehe“, sagte Kapuściński. Stimmt schon. Aber er sah auch, was für andere unsichtbar blieb; und zeigt uns damit, dass Sehen eine höchst kreative und anspruchsvolle Aktivität ist. Eine große Kunst.

Die Performance „Afrikanisches Fieber" beschäftigt sich mit der Frage: Wie nah und wie entfernt ist uns das Fremde? Szenen aus dem Leben des Schriftstellers wechseln mit Erzählungen der Reiseberichte. Dabei entstehen berührende Collagen, in denen Augenzeugenberichte, persönliche Erinnerungen und Originaldokumente zu einem Ganzen verschmelzen. Am Schluss ist eines klar - wie nah und wie entfernt uns das Fremde ist, hängt eng damit zusammen, wie nah und wie entfernt wir uns selber sind.

Die Live-Musik für dieses Stück ist eine spannende Verbindung von Elementen afrikanischer mit zeitgemäßer, westlicher Musik. Sie ist sowohl eigenständiges Hauptelement als auch Bindeglied zwischen den Szenen und unterlegt diese mit stimmungsvollen Soundcollagen.

Dramaturgie, Regie und Spiel: Hubertus Zorell
Musik: Helmut Schönleitner - bassguitar / electronic, Nino Mureškič - percussion, Catalina Morales – flute

Datum: 
Freitag, 20. November 2009 - 20:00
Datum: 
Freitag, 27. November 2009 - 20:00
Datum: 
Samstag, 28. November 2009 - 20:00
Eintritt: 
16 / 14 / 12