Harald Friedl: „Das ultimative Willi-Resetarits-Portrait“

Kein anderer Musiker in Österreich hat sich so für soziale Anliegen engagiert und das Publikum dermaßen für sich eingenommen wie der Ex-Schmetterling und Ex-Ostbahn-Kurti. In seiner dritten Karriere soll es nun, da Willi Resetarits schon 60 ist, etwas ruhiger zugehen. Er tourt mit seiner Band „Stubnblues“, bei der mehr das Lyrische und ruhig Groovige im Vordergrund steht als die Wildheit.

Willi Resetarits führt das Filmpublikum in seine Welt der Kindheit im südburgenländischen Stinaz. Er zeigt die Stätten seines Aufwachsens auf dem ehedem gefährlichen „Bruckhaufen“ im 21. Bezirk. Er tritt mit seinen zwei gleichermaßen berühmten Brüdern Lukas und Peter auf und wiegt Reminiszenzen an seine Zeit als Schmetterling und Kurt Ostbahn sensibel ab. Der Film unterschlägt in privaten Einblicken nicht, dass selbst ein Star seines Formats mit Unsicherheiten zu kämpfen hat und mit den Tücken des Objekts. Verblüffend, wie ehrlich Willi Resetarits mit problematischen Begleiterscheinungen seiner überaus intensiven Lebensart umgeht.

Sehr unterhaltsam ist der Film. Aber er stimmt auch nachdenklich und gibt Kraft. Schließlich hat Willi Resetarits dutzende Song-Klassiker geschaffen und die österreichische Zivilgesellschaft der letzten Jahrzehnte mitgeprägt.

MIT: Lukas Resetarits, Peter Resetarits, der Stubnblues Band, der Kurt Ostbahn Kombo, Aca Grandits, Juditha Kirisits, Roswitha Hofer und Schiffkowitz von STS.
KAMERA: Helmut Wimmer ZUSÄTZLICHE AUFNAHMEN: Jerzy Palacz, Jörg Burger TON: Axel Traun, Joe Knaur, Klaus Kellermann LIVE SOUND: Günther Großlercher SCHNITT: Elke Groen OSTBAHN KURTI FOTOS: Lukas Beck PRODUKTIONSLEITUNG: Hanne Lassl BUCH & REGIE: Harald Friedl PRODUKTION:  Kurt Mayer Film 2008

Harald Friedl ist gebürtiger Steyrer. Seine künstlerische Laufbahn führt den in Wien lebenden Dokumentarfilmer, Schriftsteller und Musiker ausgehend von seinem Germanistik- und Anglistik-Studium an der Univ. Salzburg, über Forschungsprojekten in Erziehungswissenschaften an der Uni Salzburg und für das Sozialministerium am Institut für Alltagskultur in Salzburg sowie über die Leitung des Salzburger Literaturhauses, bis hin zu Gastprofessuren an der University of New Mexiko, und an die Case Western Reserve University in Cleveland Ohio, wo er 2003 als Artist in Residence arbeitete. 

Im AKKU präsentierte Harald Friedl zuletzt seinen international mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Aus der Zeit“.
 

Datum: 
Donnerstag, 7. Mai 2009 - 20:00
Eintritt: 
10 / 8 / 6