Miriam Makeba - Eine Hommage

Makeba

Weltbilder - Themenabend

„Mama Africa“ ist tot. Die Musikerin und Bürgerrechtlerin Miriam Makeba starb am
10. November 2008 an den Folgen eines Herzinfarktes - direkt nach einem Solidaritätskonzert für den von der Camorra bedrohten Schriftsteller Roberto Saviano in Süditalien.
Sie wurde 76 Jahre alt.

Ihr warmes Lächeln, ihre kraftvolle Stimme und ihr würdiges Auftreten beim engagierten Kampf für Völkerverständigung und Frieden - so kannte die Welt Südafrikas Musikstar Miriam Makeba. Die Autorin, Schauspielerin, Komponistin und Urgroßmutter starb so, wie sie lebte: aufrecht im Kampf gegen Tyrannei, Unterdrückung und Willkür.

Dieser AKKU Themenabend beleuchtet anhand von dokumentarischen Filmbeispielen, Musik und Texten aus der Autobiografie „Homeland Blues“ das Leben und Schaffen einer außergewöhnlichen Frau und Künstlerin.

Miriam Makeba kam 1932 in Johannesburg zur Welt. Ihr erstes Lebensjahr verbrachte sie im Gefängnis bei ihrer Mutter, die dem südafrikanischen Regime aufgrund ihrer angeblichen Zauberkräfte nicht geheuer war. Sie wächst im Township mit der Musik von Ella Fitzgerald und Billie Holiday auf und beginnt als 20- Jährige ihre Karriere als Sängerin.
1960 wird sie von ihrer Heimat Südafrika wegen ihres Auftritts in dem Film „Come back Africa“ ausgebürgert. 1963 rief sie bei einem Vortrag vor der Uno in New York zum Boykott gegen das südafrikanische Apartheitsregime auf. Sie arbeitet und lebt während dieser Zeit sehr erfolgreich in den USA. 1968 heiratet sie den radikalen schwarzen Bürgerrechtler Stokey Carmichael - und wird daraufhin von der gesamten amerikanischen Musikindustrie gemieden. Verbittert zieht sich die Sängerin mit ihrem Ehemann in das westafrikanische Guinea zurück. Nach ihrer Trennung gelingt 1974 ein beeindruckendes Comeback.
Als "Mama Africa" wird sie zu einer bestimmenden Größe im internationalen Musikgeschäft und feiert weltweit Erfolge. Zu ihren Welthits zählen Songs wie: "Pata Pata", "The Click Song", "Malaisha", "Soweto Blues", "Mbube (The Lion Sleeps Tonight)."
1990 wird sie von Nelson Mandela wieder zurück nach Südafrika geholt.

Die Liste ihrer Auszeichnungen ist atemberaubend: 1975 wird sie in New York zur "Frau des Jahrhunderts" gekürt, 1986 mit dem Dag Hammerskjold Friedens-Preis ausgezeichnet, der Papst empfängt sie zur Privataudienz und in Deutschland wird ihr als erster Frau die Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold verliehen.

2005 ging die Musikerin auf Abschiedstournee durch fast alle Länder, in denen sie in ihrer langen Karriere mit Programmen aus südafrikanischer Musik, Jazz, Chanson, und Weltmusik aufgetreten war. Dennoch blieb sie der Bühne treu und trat gelegentlich auf.

Ihre kleinen, tänzerischen Schritte, mit denen sie ihren Körper in sanfte Schwingung versetzte; ihre Mimik, mit der sie die Verzweiflung, Wut und Lebensfreude eines ganzen Kontinents zum Ausdruck brachte, und der Klang ihrer strahlenden Stimme machen Miriam Makeba unsterblich. Aber ihr zeitloser Ruhm wurzelt auch im politischen Kampf - sie war eine singende Politikerin und "die Stimme Afrikas."

Eine AKKUart Produktion präsentiert von Helmut Schönleitner und Veronika Almer

Datum: 
Donnerstag, 5. März 2009 - 20:00
Eintritt: 
12 / 10 / 8