Silvana Deluigi & Juanjo Mosalini: "Tango Nuevo"

DeLuigi

Silvana Deluigi ist die wohl wichtigste Sängerin des neuen Tango. Sie versteht sich als dessen Erneuerin und erweitert bestehende Traditionen um improvisatorische Spielräume. Mit ihrer umwerfenden Bühnenpräsenz und dem besonderen Gespür für starke musikalische Momente bleibt sie dabei dem alten Tango in einer Hinsicht besonders treu: der tiefen Leidenschaft.

Als Schauspielerin und Sängerin war sie unter Anderem in der Hauptrolle des Filmes "Tanguera" zu sehen, ebenso als "Maria" in der "West Side Story" und arbeitete mit Musikern wie Sting, Steve Swallow, Renaud Garcia-Fons, oder dem Gitarristen Caetano Veloso zusammen. Aufgewachsen in Buenos Aires im Umfeld des klassischen Tango und beeinflusst vom Jazz und der Musik des großen Maestros des Tango Nuevo - Astor Piazzolla, gelingt es dieser Ausnahme-Sängerin, der traditionsreichen Musik ihren eigenen, femininen Stempel aufzudrücken.

Silviana Deluigi´s Musik zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit den Wurzeln des Tangos, aber auch von viel Mut zum Risiko. Angetrieben von ihrer ureigensten Überzeugung, dass Tradition niemals als etwas Museales, Unantastbares verstanden werden sollte, sondern vielmehr als ein "Schatz", aus welchem neue Generationen für ihre eigenen Geschichten schöpfen können.

So ist zum Beispiel auf ihrer CD "Tanguera" der Mittelpunkt ihrer Interpretation des Tango die Suche nach der wahren Identität jener Frau, die so oft besungen und so wenig geachtet wurde wie keine andere: der Tanguera. Sie war ein knappes Jahrhundert kein lebendes Wesen, sondern eine Sehnsucht, eine Erinnerung an bessere Zeiten, Produkt männlicher Projektionen. Dabei rekapituliert die moderne "Tanguera" Silvana Deluigi die Geschichte des Tangos aus dem Blickwinkel der Frau. Mit dem Klischee „saufender Machos“ und „weinender Huren“ räumt sie auf und belebt damit die andere, unbekannte Seite des Geschlechterkampfes.

Silvana Deluigi´s und Juanjo Mosalini´s Tangointerpretationen bedeuten nicht nur das Wagnis neuer Arrangements und überraschender Grenzüberschreitungen, sondern auch ein musikalisches Wechselbad der Gefühle - von Piazzola über Brecht zu Marguerite Duras.

Silvana Deluigi - vocals
Juanjo Mosalini - bandoneon

Pressestimmen:
“... Im Bewusstsein um die Breite ihrer stimmlichen Möglichkeiten begibt sich Silvana Deluigi unbekümmert in die Nähe einer Edith Piaf und taucht gleich darauf in bluesige Tiefen ab. Die Varianten der Frauenbilder reichen vom einfachen Straßenmädchen über die kratzbürstige Ehefrau bis zur politisch denkenden Dichterin...“ (Die Zeit)

Datum: 
Donnerstag, 26. März 2009 - 20:00
Eintritt: 
16 / 14 / 12